Verbraucherkredit: Anspruch auf Zinsen und Kosten bei Fehlen wesentlicher Informationen?

Der Sachverhalt:
Im Juni 2011 gewährte die klagende Bank Home Credit Slovakia der Beklagten einen Kredit i.H.v. 700 €. Der Kreditvertrag enthielt allerdings teilweise nur ungenaue Angaben in Bezug auf das Darlehen, wie insbesondere zum effektiven Jahreszins. Der Vertrag sah vor, dass auch die AGB des Kreditgebers Bestandteil des Vertrags sind. Bei Vertragsschluss erklärte die Beklagte mit ihrer Unterschrift, die AGB gelesen und verstanden zu haben, ohne dass diese jedoch unterzeichnet wurden.

Nachdem sie zwei Monatsraten gezahlt hatte, stellte die Beklagte die Rückzahlung des Kredits ein. Die Klägerin erhob deshalb Klage gegen sie vor dem Bezirksgericht Dunajská Streda in der Slowakei. Die Klägerin fordert die Zahlung des Kapitals, der Verzugszinsen und einer Vertragsstrafe wegen Verzugs.

Das slowakische Gericht äußert Zweifel an der Gültigkeit des Kreditvertrags, da die AGB nicht von den Parteien unterzeichnet wurden. Es zweifelt auch an der Vereinbarkeit bestimmter slowakischer Rechtsvorschriften im Bereich des Verbraucherschutzrechts mit dem Unionsrecht. Dazu gehört insbesondere die Vorschrift, nach der der Kreditgeber den Anspruch auf Zinsen und Kosten verwirkt, wenn er es unterlässt, bestimmte Informationen in den Vertrag aufzunehmen. Das slowakische Gericht ersucht daher den EuGH im Wege der Vorabentscheidungsersuchens um Klärung dieser Fragen unter Berücksichtigung der Richtlinie 2008/48/EG über Verbraucherkreditverträge.

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Quellennachweis: http://www.bankundkapitalmarkt.de